Am Samstag, den 31.01.2026, haben im Landkreis Neuwied zahlreiche Behörden und Organisationen eine groß angelegte Einsatzübung im Bereich der ICE-Strecke durchgeführt. Beteiligt waren unter anderem die Polizeidirektion Neuwied, der Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises Neuwied, das Technische Hilfswerk, die Deutsche Bahn sowie weitere Stellen. Ziel der Übung war es, die Zusammenarbeit aller Beteiligten zu stärken und Abläufe für eine Großschadenslage realitätsnah zu trainieren.
Insgesamt nahmen rund 250 Einsatzkräfte aktiv an der Übung teil. Darunter waren etwa 50 Kräfte der Landes- und Bundespolizei sowie rund 200 Einsatzkräfte des Brand- und Katastrophenschutzes aus dem Landkreis Neuwied. Zusätzlich beteiligten sich Feuerwehrkräfte aus dem Landkreis Altenkirchen sowie Übungsbeobachter. Etwa 40 Statisten stellten betroffene Fahrgäste dar, teilweise auch mit Verletzungen.
Übungsszenario orientiert sich an einem realen Ereignis
Angenommen wurde ein Brand in einem ICE mit rund 400 Fahrgästen, der auf freier Strecke im Bereich der Verbandsgemeinde Puderbach, in Höhe des Autobahnparkplatzes Märkerwald, zum Stillstand kommt. Das Szenario orientierte sich an einem realen Einsatz aus dem Jahr 2018 bei Dierdorf.
Da die ICE-Strecke Köln–Frankfurt während der Übung nicht beeinträchtigt werden durfte, wurde das Szenario verlegt. Statt eines Zuges kam ein Bus auf einem parallel verlaufenden Feldweg zum Einsatz. Die rund 40 Statisten übernahmen die Rolle der Fahrgäste. Weitere Fahrgäste sowie das Zugpersonal wurden fiktiv eingeplant. Um die Lage möglichst realistisch darzustellen, wurden Gleise angedeutet und ein provisorischer Fahrdraht über dem Bus installiert. Das Notfallmanagement und die Notfallleitstelle der Deutschen Bahn begleiteten die Übung eng.














Realistische Abläufe vom Notruf bis zur Betreuung
Auch die Notrufkette wurde realitätsnah geprobt. Mehrere Statisten meldeten die angenommene Rauchentwicklung per Mobiltelefon bei der Polizeileitstelle und der Integrierten Leitstelle Montabaur. Von dort aus wurden die Einsatzkräfte alarmiert, parallel wurde das Notfallmanagement der Deutschen Bahn aktiviert.
Nach dem Eintreffen der ersten Kräfte wurden die betroffenen Personen erfasst und aus dem Gefahrenbereich geführt. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst erkundeten gemeinsam die Lage. Während die Feuerwehr die Brandbekämpfung einleitete, übernahmen Sanitäts- und Betreuungsdienste die Registrierung der Betroffenen und brachten sie zur Betreuungsstelle in der Mehrzweckhalle Urbach. Dort waren neben der SEG-Betreuung des Landkreises Neuwied auch Kräfte der Notfallseelsorge im Einsatz.
Zur besseren Organisation wurden drei Einsatzabschnitte gebildet: Brandbekämpfung, Wasserversorgung und Gesundheit. Im Einsatzabschnitt Gesundheit koordinierten ein Leitender Notarzt und der Organisatorische Leiter die Versorgung der Betroffenen.
Einsatzleitung und Koordination
Für die Koordination der vielen Kräfte wurden mehrere Bereitstellungsräume eingerichtet. Feuerwehr und THW sammelten sich im Gewerbegebiet Dernbach, die Hilfsorganisationen an der Mehrzweckhalle Urbach.
Die Technische Einsatzleitung (TEL) war im Dorfgemeinschaftshaus „Haus an den Buchen“ in Dernbach untergebracht. Mit zunehmender Lage übernahm der Landkreis Neuwied die Einsatzleitung. Dort liefen alle Informationen zusammen, unterstützt durch eine Live-Übertragung von Drohnenbildern, die einen direkten Blick auf die Einsatzstelle ermöglichten.
Bedeutung der Übung
Der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Holger Kurz und der Leiter der Polizeidirektion Neuwied, Thorsten Runkel, betonten bei der Abschlussveranstaltung in Urbach, wie wichtig solche Übungen sind. Nur durch regelmäßiges gemeinsames Training könnten Einsatzkräfte im Ernstfall schnell, sicher und koordiniert handeln.
Auch Landrat Achim Hallerbach hob hervor: Rund 300 Personen aus allen Blaulichtbereichen hätten mitgewirkt. Das große Engagement der haupt- und ehrenamtlichen Kräfte mache den Landkreis krisenfest. Beim Abschluss der Übung versorgte die SEG-Verpflegung, die jüngste Einheit des Katastrophenschutzes im Landkreis Neuwied, alle Beteiligten mit Suppe und Würstchen.
Hinweis zur Verkehrslage
Die Bundesautobahn A3 sowie die ICE-Strecke blieben während der gesamten Übung uneingeschränkt befahrbar.
(PM TEL / KV Neuwied, red)