Die Einführung des neuen digitalen Entry/Exit Systems (EES) in Deutschland ist erfolgreich abgeschlossen: Seit dem 10. April 2026 befindet sich das System an allen Flug- und Seehäfen im vollständigen Wirkbetrieb. Damit wird der Schutz der europäischen Außengrenzen weiter modernisiert und gestärkt.

Das EES gilt als bedeutender Schritt in der Digitalisierung der Grenzkontrollen. Die Umsetzung verlief laut Bundespolizei planmäßig und ohne größere technische Störungen.

Kern des Systems ist die elektronische Erfassung von Ein- und Ausreisedaten sogenannter Drittstaatsangehöriger, die sich für Kurzaufenthalte von bis zu 90 Tagen innerhalb von 180 Tagen im Schengen-Raum aufhalten. Neu ist dabei insbesondere die Speicherung biometrischer Daten wie vier Fingerabdrücke und ein Lichtbild.

Seit dem 10. April 2026 sind alle EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, diese Daten vollständig zu erfassen. Deutschland hatte die vorgegebenen Erfassungsquoten bereits im Vorfeld erfüllt.

Nach ersten Erkenntnissen sorgt das System bereits für mehr Sicherheit: Durch den biometrischen Abgleich konnten mehrere Mehrfachidentitäten erkannt werden. Bis zum 12. März 2026 wurden zudem 1.790 Einreiseverweigerungen im System registriert.

Für die Umsetzung wurde die technische Infrastruktur an insgesamt 152 Grenzübergangsstellen umfassend modernisiert. Über 1.000 Arbeitsplatzcomputer sowie zahlreiche mobile Geräte wurden entsprechend ausgestattet. Zusätzlich kamen an den acht größten deutschen Flughäfen rund 500 Self-Service-Systeme zum Einsatz, an denen Reisende ihre Daten vorab selbst erfassen können, um die Abläufe an den Kontrollstellen zu beschleunigen.

Das Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mehrerer Behörden umgesetzt, darunter die Bundespolizei, das Bundeskriminalamt, das Bundesverwaltungsamt sowie weitere IT- und Sicherheitsbehörden.

Künftig plant die Bundespolizei zudem eine Smartphone-App, mit der Reisende ihre Daten bereits vor Reiseantritt digital übermitteln können.

(PM BPOL, red [LW])