Bei sogenannten Schockanrufen und dem Enkeltrick versuchen Kriminelle gezielt, ihre Opfer am Telefon unter Druck zu setzen. Mit emotionalen Geschichten, vorgetäuschter Autorität und starkem Zeitdruck sollen Geld, Wertsachen oder sensible Daten erlangt werden. Darauf weist die Kreisverwaltung des Rhein-Lahn-Kreises hin.
Typisch für beide Betrugsformen ist ein überraschender Kontakt: Beim klassischen Enkeltrick geben sich Täter etwa als Angehörige in Not aus, oft mit Sätzen wie „Rate mal, wer dran ist?“ oder „Mein Handy ist kaputt, das ist meine neue Nummer“. Im Anschluss werden Betroffene zu schnellen Geldüberweisungen oder Bargeldübergaben gedrängt. Besonders perfide: Teilweise kommen bereits KI-basierte Stimmimitationen zum Einsatz, um echte Familienmitglieder täuschend echt nachzuahmen.
Beim sogenannten Schockanruf geben sich Täter hingegen als Polizei, Staatsanwaltschaft oder medizinisches Personal aus. Sie berichten von angeblichen Unfällen oder Notlagen naher Angehöriger und fordern unter massivem Zeitdruck die Übergabe von Geld oder Wertgegenständen. Selbst eine im Display angezeigte echte Telefonnummer sei kein verlässlicher Hinweis auf die Echtheit des Anrufs, da Rufnummern gezielt manipuliert werden können.
Die Polizei warnt deutlich: Banken und Behörden fordern niemals telefonisch die Herausgabe von Geld, PINs, TANs oder anderen sensiblen Daten.
Im Verdachtsfall gilt: sofort auflegen, keine Auskünfte geben und über die bekannte Nummer selbst bei Angehörigen oder Institutionen zurückrufen. Alternativ sollte eine Vertrauensperson hinzugezogen werden. Bereits weitergegebene Daten sollten umgehend über den Sperr-Notruf 116 116 abgesichert werden.
Zur Vorbeugung empfehlen die Behörden unter anderem die Vereinbarung eines persönlichen Codeworts innerhalb der Familie, das Entfernen der eigenen Telefonnummer aus öffentlichen Verzeichnissen sowie die Aufklärung des persönlichen Umfelds über gängige Betrugsmaschen.
(PM KV Rhein-Lahn-Kreis, red [LW])