Der Fund einer mit Sprengstoff versehenen Drohne am Flughafen Leipzig/Halle verdeutlicht nach Einschätzung der rheinland-pfälzischen Landesregierung, dass sich die Sicherheitslage im Luftraum grundlegend verändert hat. Im Rahmen einer gemeinsamen Besprechung informierte das Bundesministerium des Innern die Innenressorts der Länder über den aktuellen Sachstand und das weitere Vorgehen. Für Rheinland-Pfalz nahm Innenstaatssekretär Dirk Herber an der Lageunterrichtung teil.

Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nun ausgewertet werden und in die weitere Entwicklung der Drohnenabwehr in Rheinland-Pfalz einfließen.

„Die Bilder aus Leipzig sind eine Warnung für ganz Deutschland. Neue Bedrohungen verlangen neue Antworten. Rheinland-Pfalz hat früh gehandelt und seine Polizei auf diese Entwicklungen vorbereitet. Der Vorfall bestätigt unseren Kurs. Deshalb setzen wir diesen Weg konsequent fort und investieren weiter in moderne Technik, starke Partnerschaften und gut ausgebildete Einsatzkräfte“, erklärte Innenminister Achim Schwickert.

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine habe gezeigt, dass Drohnen längst Bestandteil moderner Konflikte und hybrider Bedrohungsszenarien seien. Gleichzeitig werde deutlich, dass die Grenzen zwischen innerer und äußerer Sicherheit zunehmend verschwimmen. Rheinland-Pfalz habe diese Entwicklung frühzeitig erkannt und die polizeiliche Drohnenabwehr bereits 2024 strategisch neu ausgerichtet. Seitdem würden Technik, Organisation, Ausbildung und Einsatzkonzepte kontinuierlich weiterentwickelt.

Nach Angaben des Innenministeriums zählt Rheinland-Pfalz inzwischen bundesweit zu den führenden Standorten der polizeilichen Drohnenabwehr. Bis Ende 2027 investiert das Land weitere sieben Millionen Euro in moderne Technik, neue Einsatzkonzepte und die Ausbildung spezialisierter Einsatzkräfte. Damit sollen insbesondere Kritische Infrastrukturen, öffentliche Veranstaltungen und weitere besonders schützenswerte Einrichtungen besser geschützt werden.

„Wir sind heute deutlich besser vorbereitet als noch vor wenigen Jahren. Gleichzeitig entwickeln sich auch die Bedrohungen ständig weiter. Gerade militärisch genutzte oder technisch besonders leistungsfähige Drohnen stellen Sicherheitsbehörden weltweit vor neue Herausforderungen. Deshalb entwickeln wir unsere Fähigkeiten konsequent weiter, wobei sich Risiken letztlich nie vollständig ausschließen lassen. Unser Anspruch ist es, die Menschen in Rheinland-Pfalz bestmöglich zu schützen“, sagte Schwickert.

Die Drohnenabwehr sei dabei keine Aufgabe, die ein einzelnes Bundesland allein bewältigen könne. Rheinland-Pfalz setze deshalb auf eine enge Zusammenarbeit mit der Bundespolizei, der Bundeswehr, den US-Streitkräften, Betreibern Kritischer Infrastruktur sowie weiteren Sicherheitsbehörden.

Ein wichtiger Bestandteil sei die Kooperation zwischen der Polizei Rheinland-Pfalz und der US Air Force. Gemeinsam würden Verfahren und technische Lösungen zur frühzeitigen Erkennung unbemannter Luftfahrtsysteme entwickelt und erprobt. Ergänzt werde die Zusammenarbeit durch gemeinsame Übungen, regelmäßige Planungen und einen kontinuierlichen Erfahrungsaustausch.

Zuletzt trainierten Polizei und Bundeswehr im Rahmen der bundesweiten Terrorismusabwehrübung GETEX in Lahnstein gemeinsam das Vorgehen bei komplexen Bedrohungslagen.

„Sicherheit entsteht heute durch starke Netzwerke. Kein Land kann professionelle Drohnenabwehr allein organisieren. Unsere einzigartige Kooperation mit der US Air Force zeigt, wie wichtig der enge Schulterschluss aller Sicherheitsakteure ist. Nur gemeinsam können wir neue Bedrohungen früh erkennen und wirksam darauf reagieren“, betonte Innenminister Achim Schwickert.

Rheinland-Pfalz bringt seine Erfahrungen zudem in die bundesweite Weiterentwicklung der professionellen polizeilichen Drohnenabwehr ein, unter anderem im Gemeinsamen Drohnenabwehrzentrum (GDAZ). Das Land beteiligt sich federführend an verschiedenen Bund-Länder-Arbeitsstrukturen zu neuen und hybriden Bedrohungen und arbeitet an gemeinsamen Standards sowie abgestimmten Einsatzkonzepten mit.

(PM MdI, red [LW], Symbolbild)