Ein schwerer Arbeitsunfall in einer Lederfabrik in Runkel hat am Donnerstagnachmittag, 16.04.2026, drei Menschen das Leben gekostet und zwei weitere schwer verletzt. Gegen 16:30 Uhr waren in dem Betrieb insgesamt fünf bewusstlose Personen entdeckt worden. Für drei von ihnen kam jede Hilfe zu spät, während die beiden anderen mit schweren Verletzungen in Krankenhäuser gebracht wurden.

Nach ersten Erkenntnissen könnte es im Zusammenhang mit Arbeiten in einer Grube zu einer Kohlenmonoxid-Vergiftung gekommen sein. Diese Annahme gilt derzeit jedoch lediglich als mögliche Ursache – die genauen Hintergründe des Unglücks sind weiterhin unklar und Gegenstand intensiver Ermittlungen.

Innenminister Roman Poseck gemeinsam mit Landrat Michael Köberle sowie Bürgermeisterin Antje Hachmann im Gespräch mit dem Einsatzleiter. Bild: Frank Zinn / HMdI

Wie das Hessische Ministerium des Innern für Sicherheit und Heimatschutz mitteilte, waren rund 150 Einsatzkräfte vor Ort im Einsatz. Neben Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten waren auch Seelsorger eingebunden, um Betroffene und Einsatzkräfte zu betreuen. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand nach Angaben der Behörden nicht.

Der hessische Innenminister Roman Poseck machte sich noch am Abend ein persönliches Bild von der Lage und besuchte gegen 21 Uhr den Unglücksort. In einer Stellungnahme sprach er von einer „schrecklichen Tragödie“, die das ganze Land erschüttere. Seine Gedanken seien bei den Angehörigen der Verstorbenen sowie bei den Schwerverletzten, die sich in einer besonders kritischen Situation befänden.

Zugleich würdigte Poseck den Einsatz der Rettungskräfte, insbesondere der Feuerwehr aus dem Landkreis Limburg-Weilburg, die unter schwierigen Bedingungen schnell und professionell gehandelt habe. Auch den Einsatzkräften der Polizei, den Rettungsdiensten sowie den Seelsorgern sprach er seinen ausdrücklichen Dank aus. Darüber hinaus bekundete er seine Anteilnahme gegenüber der Stadt Runkel und Bürgermeisterin Antje Hachmann, da das Unglück die gesamte Kommune in tiefe Trauer versetzt habe.

Auf Nachfrage unserer Redaktion gegenüber der Pressestelle des Polizeipräsidiums Westhessen wurde mitgeteilt, dass ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet wurde. Aufgrund der laufenden Ermittlungen können derzeit keine weiteren Details zum genauen Unfallhergang veröffentlicht werden.

Zudem bestätigte die Polizei, dass sich die beiden schwer verletzten Personen weiterhin in einem kritischen Zustand befinden. Die Ermittlungsbehörden arbeiten mit Hochdruck daran, die genauen Umstände des tragischen Vorfalls zu klären.

Der Arbeitsunfall hat nicht nur die Einsatzkräfte, sondern auch die Bevölkerung vor Ort tief erschüttert. Die weiteren Ermittlungen werden zeigen, wie es zu dem folgenschweren Geschehen kommen konnte.

(PM POL, HMdI, red [LW])